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Einführung Planung und Rollout von Arbeitsgeräten

Die Integration von Tablets, Laptops und Smartphones in den Bildungsbereich ist mit einem grossen finanziellen und personellen Aufwand verbunden. Professionelle Planung und Umsetzung sind daher unabdingbar. Ein reibungsloses Arbeiten mit ICT im schulischen Alltag hängt von verschiedenen Faktoren ab, die je nicht isoliert betrachtet werden können. Die nachfolgenden Ausführungen widmen sich diesen Faktoren und geben Hinweise, wie diese berücksichtigt und in die Gesamtplanung integriert werden können.  

Pädagogisches Überlegungen als Basis für Einsatzszenarien

Der Zürcher Lehrplan 21 sieht für alle obligatorischen Schuljahre das Erlangen von Medien-, Informatik- und Anwenderkompetenzen vor. Während diese bis zur 4. Klasse integriert in die Fachbereiche erlernt werden sollen, kommen ab der 5. Klasse die Module Medien und Informatik hinzu. Die Frage nach Sinn, Art, Umfang und Dauer des Einsatzes von ICT soll jedoch, unabhängig des Schuljahres, grundsätzlich zuerst aufgrund pädagogischer Überlegungen beantwortet werden. Erst auf dieser Basis können und sollen Einsatzszenarien entwickelt werden. 

Welche Geräte und welches Nutzungsmodell für welche Altersstufe? 

Viele Kinder sind digital über die Smartphones der Eltern sozialisiert. Geräte, die sich mittels «Touch and Swipe» bedienen lassen, sind daher für Kinder bis zur 3. Klasse zu favorisieren. Die Auswahl der zu benutzenden Apps soll sich an den pädagogisch erarbeiteten und definierten Einsatzszenarien orientieren. Lehrmittelverlage sind zunehmend in dieser Altersstufe aktiv. Unterdessen besteht ein grosses Angebot an unterstützenden Apps für diese Altersstufe.  

Auf der Mittelstufe erweitern sich die Anwendungsfelder. Zunehmend werden Tastaturen und evtl. Stifte verwendet. Die Schülerinnen und Schüler benutzen schuleigene Geräte. Werden Cloud-Dienste verwendet, können sie diese optional auf ihren privaten Smartphones, PCs und Laptops auf freiwilliger Basis nutzen. Im Idealfall werden die Tablets in einem 1:1-Setting eingesetzt, da sie in der Regel nur über ein Single-User-Login verfügen. Ist ein solches Setting nicht möglich, empfiehlt es sich, auf der Mittelstufe schuleigene Laptops einzusetzen. Mit dem Multi-User-Login können die Geräte durch mehrere Personen genutzt werden.  

In der Sekundarschule ist es das Ziel, dass Schülerinnen und Schüler ihr Gerät persönlich einrichten können. Hybride Geräte können sowohl als Laptop wie auch als Tablet genutzt werden – dies mit einem persönlichen Login. Auch das Mitbringen eigener Geräte wie Smartphones, Smartwatches, Tablets oder Laptops (BYOD) ist erlaubt. Mit der Nutzung von Cloud-Diensten kann von überall her auf Daten und browserbasierte Applikationen zugegriffen werden. 

Budgetierung 

Die Budgetierung richtet sich nach den folgenden Punkten: 

  • Mengenkalkulation Geräte und Softwarelizenzen 
  • Konzept, Planung, Projektumsetzung 
  • Installation, Konfiguration, Inbetriebnahme 
  • Weiterbildung Lehrpersonen 
  • Laufender Support 
Weiterbildung Lehrpersonen 

Bisher zeigte sich, dass die digitale Expertise der Lehrpersonen entscheidend ist für die erfolgreiche Integration in den Unterricht. Diesem Punkt sollte man daher besondere Beachtung schenken. Als erste grobe Einschätzung leistet das TPACK-Modell (siehe https://ict-coach.ch/zh/digitalerwandel/personalentwicklung-und-digitalerwandel/ Unterseite "Kompetenzanforderungen im digitalen Wandel") gute Dienste. Vertiefend kann der SE:MI-Fragebogen (Selbstevaluation Medien und Informatik) hilfreich sein. 

Für Weiterbildungen sind folgende Punkte relevant: 

  • Stand der ICT-Kompetenzen der Lehrpersonen klären 
  • Entwicklung sinnvoller und erfolgreicher Einsatzszenarien 
  • Offene Lernformen für Lehrpersonen anbieten 
Information Eltern 

Der Einbezug der Eltern ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Mit einer fundierten Information gelingt es, dass Eltern die Apps, die in der Schule zum Einsatz gelangen, auf ihren Geräten auch installieren. Sinnvollerweise bevorzugt die Schule Apps, die sowohl in der Android- und iOS-Welt verfügbar sind. 

Terminplan für die Umsetzung 

Ein realistischer Zeitplan mit konkreten Schritten ist ein weiteres Kriterium für eine gelingende und befriedigende Umsetzung. Dazu gehören folgende Punkte: 

  • Projekteingabe bei der Schulbehörde 
  • Mittelfreigabe 
  • Definition der Einsatzszenarien 
  • Entscheid über die zu beschaffenden Geräte (Hardware) und Apps (Software) 
  • Konfiguration und Inbetriebnahme 
  • Rollout Lehrpersonen 
  • Weiterbildung 
  • Rollout Schülerinnen und Schüler 
Support definieren 

Gerade bei Einführungen kommt dem Support eine entscheidende Rolle zu. Erfahrungsgemäss lohnt es sich, ihn zu Beginn – im Sinne eines Auffangnetzes – etwas grosszügig zu gestalten. Eine unkomplizierte Unterstützung der Lehrpersonen und SuS bei technischen Problemen ist sehr wichtig. Je nach Nutzungsmodell und Art der Geräte sieht der Support unterschiedlich aus. 

  • Hardwarefehler auf schuleigenen Geräten werden durch die Schullieferanten behoben. 
  • Das Beheben von Hardwarefehlern auf privaten Geräten wird privat abgewickelt. 
  • Softwaresupport für schulspezifische Anwendungen sowie für den WLAN- und Drucker-Zugang erhalten alle Nutzenden am Schulstandort.  

Sobald alles eingerichtet ist und läuft und die Lehrpersonen sowie die Lernenden mit den Lernszenarien und der Infrastruktur vertraut sind, lässt sich der Support erfahrungsgemäss reduzieren.  

In den verschiedenen Umsetzungshilfen steht Material zur Unterstützung bei den Einführungen zur Verfügung.